Dienstag, 17. Februar 2015

[Autoren Interview] Dominik Seiberth

Und wieder hat sich ein sympatischer bookshouse Autor in die Fänge der Bookdealerin begeben und steht für euch Rede & Antwort:


Bookdealer fragt: In wenigen Wochen erscheint ja dein erster Roman. Magst du den Lesern kurz was dazu erzählen?
Mein erster Roman mit dem Titel „Ein totes Leben“ erscheint im März im Bookshouse-Verlag. Es handelt sich dabei um einen Krimi, der in Heidelberg und Umgebung spielt. Worum es geht? Um einen Kommissar, der von seinen Erinnerungen an die Vergangenheit geplagt wird,  um das Schicksal zweier verschwundener Jungen und um die Fassaden, die Menschen um sich herum aufbauen – um Schein und Sein und um Lug und Trug. Obwohl die Handlung ernst und dramatisch ist, hat mir die Arbeit am Roman  sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe, dass alle, die das Buch lesen, das merken und der Funken auf die Leser überspringt.

 Bookdealer fragt: Wie bist du denn zum Schreiben gekommen?
In der Oberstufe des Gymnasiums habe ich eine Literatur-AG besucht und mich dabei zum ersten Mal ernsthafter mit dem Schreiben auseinandergesetzt. Das erste Projekt, das ich schrieb, war eine Dystopie – also eine pessimistische Zukunftsvision – an die ich mich immer noch gerne zurückerinnere, auch wenn sie nie veröffentlicht werden wird. Nach dem Abitur habe ich ein FSJ in Südafrika gemacht, in dieser Zeit habe ich mit dem Schreiben pausiert. Aber die vielen Eindrücke und Erlebnisse, die ich während dieser Zeit sammeln durfte, haben mich danach wieder zum Schreiben inspiriert. Daraufhin habe ich mich mit einem weiteren Projekt bei der Literaturagentur Schmidt & Abrahams beworben und ein Vertragsangebot bekommen. Damit ging es mit dem Schreiben bei mir dann so richtig los.

Bookdealer fragt: Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker?
Meine Freunde und Bekannte sind, wie wohl die meisten Freunde und Bekannte, nie so richtig kritisch. Bisher hat ihnen das meiste, was ich geschrieben habe, ganz gut gefallen. Mehrere  Freunde haben mir bei „Ein totes Leben“ ausführlich und konstruktiv ihre Meinungen gesagt, was unglaublich hilfreich war. So konnten nicht nur grobe Fehler (wie falsche Uhrzeiten), sondern auch Feinheiten (wie kleinere Brüche in der Charakterisierung einzelner Figuren) noch bereinigt werden. Dafür bin ich ihnen allen sehr dankbar!

Bookdealer fragt: Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben oder schreibst du einfach drauf los?
Ich schreibe nicht drauflos, spezielle „Rituale“ habe ich aber auch nicht.. Zu Beginn erstelle ich immer ein dreiseitiges Exposé und eine Textprobe von 20-50 Seiten. Beides stelle ich meiner Agentur vor.  Und dann, wenn ich grünes Licht bekomme, geht das Schreiben los.

Bookdealer fragt: Was hat sich in deinem Leben verändert, seit du schreibst?
Ich muss mir meine Zeit besser einteilen – Studium, Nebenjobs und Schreiben neben insgesamt sehr viel Zeit in Anspruch. Da ich gerne etwas mit Freunden unternehme, muss ich jetzt ein bisschen genauer hinschauen, wenn ich alles unter einen Hut bringen will.

Bookdealer fragt: Hast Du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf? Und bekommen die Charaktere "einfach so" ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung hinter?
Meistens habe ich zunächst eine Figur im Kopf, die mit irgendeinem Problem konfrontiert wird. Ich überlege dann ausführlihch, ob Figur und Ausgangsproblem einen kompletten Roman tragen können.
Zur zweiten Frage: Bei meinen ersten Schreibversuchen hat tatsächlich hinter jedem Charakternamen eine Bedeutung gesteckt. Mittlerweile halte ich das persönlich aber für zu „gekünstelt“ und achte nur darauf, ob die Namen, die ich mir ausdenke, zu den Charakteren, die ich im Kopf habe, passen und stimmig klingen.

Bookdealer fragt: Welcher deiner Charaktere ist dir besonders ans Herz gewachsen und welchen magst du überhaupt nicht?
Einen Lieblingscharakter habe ich nicht, ebenso wenig wie es einen Charakter gibt, den ich absolut nicht ausstehen kann. Alle meine Figuren haben ihre Ecken und Kanten, ihre Stärken und Schwächen, ihre guten und ihre schlechten Seiten. 

Bookdealer fragt: Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?
Es gibt viele Bücher, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben, unter anderem die Romane von Jonathan Franzen, George R.R. Martins „Das Lied von Eis und Feuer“ und Donna Tartts „Die geheime Geschichte“. Doch wenn ich mich für eines entscheiden müsste, würde ich sagen: Stephen Kings „ES“.

Bookdealer fragt:  Könntest du dir auch vorstellen mit einem anderem Autor ein Buch zu schreiben?
Es gibt einige Autoren, die das machen. Ob das für mich selbst auch etwas ist, kann ich nicht beurteilen, da ich es noch nie versucht habe. Im Moment schreibe ich lieber für mich alleine und genieße die Freiheiten, die das mit sich bringt.

Bookdealer fragt: Wenn du privat Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber Ebooks und welche Genre liest du am liebsten und welches Genre magst du überhaupt nicht?
Bisher habe ich mir noch keinen E-Reader zugelegt. Dafür mag ich die Haptiik „richtiger“ Bücher einfach zu sehr. Wenn mein Bücherregal aber irgendwann zu voll sein sollte, werde ich wohl darüber nachdenken, auf E-Books umzusteigen.
Meine Lieblingsgenre sind Krimi/Thriller und Young Adult. Das spiegelt sich auch im Schreiben wieder, denn ich schreibe Romanprojekte in beiden Bereichen. Ob es ein Genre gibt, das ich überhaupt nicht mag? Ich habe keine Liebesromane in meinem Regal stehen.  

Bookdealer: Was gehört für dich zu einem gemütlichen Leseabend dazu?
Ein Feuer im Kamin und eine warme Decke. Im Sommer sitze ich abends auch gerne im Garten meiner Eltern. Dann gehören für mich der Sonnenuntergang und das Zirpen der Grillen zu einem gemütlichen Abend dazu.

Bookdealer fragt: Welche Buchverfilmung hast du zuletzt gesehen oder schaust du dir so was nicht an?
Natürlich schaue ich mir Buchverfilmungen an! Die letzte Verfilmung, die ich gesehen habe, war der dritte Teil von Peter Jacksons Hobbit-Trilogie. Buch und Film sind zwei verschiedene Medien, darum kann ich auch mit unterschiedlichen Erwartungen an einen Film herangehen, zu dem ich das Buch schon gelesen habe. Und mich über Gemeinsamkeiten, aber auch über Unterschiede freuen.

Bookdealer fragt: Warst du schon mal auf einer Buchmesse (Leipzig oder Frankfurt?) Oder hast du gar eine in Planung? Wenn ja wie fandest du die Buchmesse bis jetzt immer so?
Ich war bisher zweimal auf der Frankfurter Buchmesse und fahre dieses Jahr vielleicht ein weiteres Mal hin. Nach der Messe war ich dann zwar immer geschafft (so viele Menschen und Eindrücke!), aber auch froh, dagewesen zu sein. Auf der Leipziger Buchmesse war ich mangels Zeit und der räumlichen Entfernung bisher leider noch nicht.

Bookdealer fragt: Wie wichtig ist dir der persönliche Kontakt zu deinen Lesern?
Der persönliche Kontakt zu den Lesern ist mir sehr wichtig, denn die Leser sind es ja, für die ich schreiben will. Einerseits kann ich mich als Autor nur dann verbessern, wenn ich das Feedback meiner Leser bekomme, andererseits wollen viele Leser gerne mehr über ein Buch und den Menschen dahinter erfahren. Also freue ich mich über jede Form von Kontakt. Und darum möchte ich auch, sobald mein erster Roman erscheint, eine Leserunde starten.
 
Bookdealer fragt: Gibt es irgendwas, dass dich am Buchgeschäft stört?
Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich künstlerische Freiheit und Markttauglichkeit beißen. Ich würde mir mehr ausgefallenere Romane wünschen, die mit Genrekonventionen und Lesererwartungen brechen und einen mit offenem Mund zurücklassen.

Bookdealer fragt: Gehst du auch zu Lesungen von Kollegen, oder hast du da die Zeit nicht mehr so dazu? Und Gibt es einen Autoren den du unbedingt mal treffen möchtest?
Wenn es sich einrichten lässt, besuche ich auch Lesungen von Kollegen. Die letzte Lesung, die ich besucht war, war von Isabella Benz, die aus ihrem Debütroman „Die Dämonen von Lorch“ gelesen hat. Gerne einmal treffen würde ich George R.R. Martin, dessen Ideen- und Einfallsreichtum mich sehr beeindruckt.

Bookdealer fragt: Hast du noch einen besonderen Herzenswunsch, den du dir noch erfüllen möchtest?
Als Backpacker durch Indien zu reisen.


Vielen herzlichen Dank lieber Domink, dass du dir die Zeit genommen hast, mir das „kleine“ Interview zu geben.
Vielen Dank für die interessanten Fragen!

Dominik

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