Dienstag, 11. November 2014

[Rezension] Die Lebenden & die Toten von Nele Neuhaus




Autorin: Nele Neuhaus
Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover (10. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3550080549
ISBN-13: 978-3550080548
Größe und/oder Gewicht: 15 x 4,8 x 22,2 cm

Mein Dank geht an den Ullstein Verlag, der mir ein Exemplar zur Verfügung stellte.

Inhalt laut Amazon: Kriminalkommissarin Pia Kirchhoff will gerade in die Flitterwochen fahren, als sie ein Anruf erreicht: In der Nähe von Eschborn wurde eine ältere Dame aus dem Hinterhalt erschossen. Kurz darauf ereignet sich ein ähnlicher Mord: Eine Frau wird durch das Küchenfenster ihres Hauses tödlich getroffen. Beide Opfer hatten keine Feinde. Warum mussten ausgerechnet sie sterben? Der Druck auf die Ermittler wächst schnell. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein fahnden nach einem Täter, der scheinbar wahllos mordet – und kommen einer menschlichen Tragödie auf die Spur.

Meine Meinung: Der 7. Fall wurde eröffnet.....
Pia Kirchhoff die vor kurzem heimlich ihren Lebensgefährten den Opelzoo Direktor Christoph Sander geheiratet hat, ist auf den Weg in die Flitterwochen über Weihnachten und Silvester, als ein Anruf sie davon abhält. Man hat in der Nähe von Eschborn eine Leiche einer älteren Frau entdeckt. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein beginnen kurz vor Weihnachten 2012 mit ihren Ermittlungen, als sich wenig später ein weiterer Mord ereignet. Beide Opfer hatten keine Feinde, oder etwa doch? 
Pia Kichhoff und Oliver von Bodenstein fahnden fieberhaft nach einem "Sniper" der offenbar recht wahllos mordet und schon bald finden die beiden Kommissare den Zusammenhang mit den Opfern heraus und kommen dabei einer großen menschlichen Tragödie in der Transplantation und im Organhandel auf die Spur. 

Einmal in den Händen, so konnte ich das Buch nicht mehr weglegen, so gefangen war ich in der Geschichte. Es hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Jeder der mich kennt, weiß das ich ein großer Fan dieser sehr sympatischen Autorin bin, welche sich vor 2 Jahren mit "Schneewittchen muss sterben" direkt in mein Herz geschrieben hat. 
Lange Zeit mussten Fans der Taunus-Krimi-Queen auf eine Fortsetzung warten und jetzt endlich, das lange Warten hatte ein Ende. 
Hat es die Autorin geschafft wieder an frühere Erfolge anzuknüpfen? Dass lest ihr später in meinem Fazit.

Die Autorin konnte wieder erstklassig mit ihrem spannenden, flüssigen Schreibstil und interessanten Figuren sehr punkten.
Ein ganz klarer Pageturner und auch das Cover ist sehr passend. Kalte Blautöne, ein kleiner Wegesrand im Taunus, ein verlassener Hochsitz, mit Blick auf die Frankfurter Skyline und passend zum Krimi mit Blutstropfen versehen.
Nele Neuhaus befasst sich in diesem Roman mit dem ersten Thema der Organspende/Organhandel, und zeigt auch so die düsteren Machenschaften der Weißkittelträger auf, was ihr meiner Meinung nach gut gelungen ist. Allerdings hätte man auch etwas mehr über die positiven Seiten der Organspende berichten können, dies ist mein erster kleiner Kritikpunkt.

Nele Neuhaus beschreibt sehr gut die Emotionen die die Angehörigen der Mordopfer durchleben. Man spürt die pure Verzweiflung, die Ohnmacht, den Schmerz und die Frage nach dem warum. Warum musste uns der Täter heimsuchen? Warum musste das alles passieren? Warum gerade wir?

Schon nach einiger Zeit wird klar, wie die einzelnen Opfer zusammenhängen und warum diese Morde passieren. Der "Sniper" verschickt Todesanzeigen und so kommen die Ermittler schneller dahinter wie die ganzen Mordopfer zusammen hängen. 
Die Morde passieren aus Rache, er will die Verursacher treffen, aber nicht direkt (denn ein Tod wäre noch viel zu sanft gewesen), sondern er nimmt ihnen das liebste was sie haben. Er wählt nahestehende Menschen aus. Denn sie alle sollen leiden und den gleichen Schmerz spüren, den auch er spüren musste.

Die sehr guten Beschreibungen der Örtlichkeiten und der ganzen Personen, machen diesen Krimi sehr lesenswert. Man fühlt sich irgendwie live dabei im geschehen. 

In kursiver Schrift kommt der Täter auch zu Wort, wie er seine Taten plant, was ich äußerst spannend und an den Nerven zerrend fand. Aber er wollte so zeigen, das er eben nicht das "Monster" ist, für das ihn alle halten. Obwohl er es ja ist.

In diesem Roman gewährt die Autorin viele private Einblicke in das Leben ihrer beiden Ermittler, was ich ja persönlich immer toll finde, denn so kann man lieb gewonnene Charaktere noch etwas besser kennenlernen. 

Zum ersten mal mit dabei, die Schwester von Pia Kirchhoff. Kim ist Kriminalpsychologin und unterstützt ihre Schwester und das Team nach Kräften. Und es gibt einen Profiler der vom LKA geschickt wurde. Dieser Neff ging mir allerdings mit seiner Art und seinen neunmalklugen Sprüchen ziemlich auf den Keks. Aber er war bei den anderen auch nicht sonderlich beliebt.

Der Autorin ist es wieder klasse gelungen den Leser eine sehr lange Zeit zappeln zu lassen, wer als Täter in Frage kommen könnte. Hatte man einen Verdacht, wurde man ganz gekonnt auf eine andere Spur gebracht und tappte so des öfteren im dunkeln. Aber gerade das machen die Krimis von Nele Neuhaus so einzigartig spannend und fesselnd.

Zweiter kleiner Kritikpunkt: Das Ende hatte mir jetzt persönlich nicht wirklich gefallen, da hätte ich mir ein dramatischeres gewünscht, denn so war es dann schon fast vorhersehbar gewesen. 

Fazit: Ein wunderbar spannender Krimi, der mit Sicherheit keine Wünsche mehr offen lässt und wie schrieb ihr Verlag auf der Buchmesse noch so schön "Nele Neuhaus lehrt uns das fürchten" und ja dies kann ich nur bestätigen. Der Autorin ist es sehr gut gelungen die Leser ganz nahe an die menschlichen Abgründe heranzuführen. Ein Taunuskrimi der seinen Vorgängern im nichts nachsteht. Fesselnde Spannung pur, von der ersten bis zur letzten Seite. 
Ganz klare Lese & Kaufempfehlung von meiner Seite.

Meine Bewertung: 

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