Freitag, 4. Oktober 2013

[Autoren Interview] Tanja Bruske

Die sympatische Autorin Tanja Bruske hat meinem Blog ein kleines Interview gegeben, welches ihr nun hier lesen könnt:

© Verena S


Bookdealer fragt: Wie bist du denn zum Schreiben gekommen?

Geschrieben habe ich schon, als ich ein kleines Mädchen war. Meine erste Geschichte hieß „Robinson Ameis“ und handelte von einer Ameise, die in einem Gartenteich schiffbrüchig wird - ich gebe es zu, ich fand Robinson Crusoe total spannend. Eigentlich habe ich immer über das geschrieben, was ich selbst in dem Moment gerne mochte; später gab es eine Geschichte über ein Mädchen, das sich als Musketier verkleidet, dann einen John-Sinclair-Roman, und mit 16 habe ich sogar einen richtig langen Science Fiction Roman für Kinder geschrieben (Perry-Rhodan-Phase, die hält aber noch an). Leider ist der nie veröffentlicht worden…


Bookdealer fragt: Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker?
Meine Mutter, würde ich sagen. Sie spart nicht mit Lob, sagt aber auch sehr deutlich, wenn ihr etwas nicht gefällt.


Bookdealer fragt: Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben?
Normalerweise bringe ich vorher meine Tochter ins Bett *grins*. Aber im Ernst, ich schreibe meistens so spontan, nutze die freien Momente, die ich habe, da habe ich keine großartige Zeit für Rituale…Ich mag es allerdings gerne, wenn eine heiße, weiße Schokolade und Süßes in greifbarer Nähe stehen… Es geht aber auch ohne.


Bookdealer fragt: Hast Du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf? Und bekommen die Charaktere "einfach so" ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung hinter?
Das kommt darauf an. Bei meinen historischen Romanen steht meistens ein geschichtliches Ereignis im Hintergrund, um das ich eine Geschichte spinne. Die Charaktere kommen dabei erst hinterher. Bei „Das ewige Lied“ zum Beispiel war es die Idee, die Geschichte einer Bardin zu erzählen, die war zuerst da, deswegen gab es Jayel auch zuerst. Es ist immer anders.


Bookdealer fragt: Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?
„Die unendliche Geschichte“, eindeutig. Ich weiß gar nicht, wie oft ich das gelesen habe. Ich bin ein großer Michael-Ende-Fan, der Mann hatte einfach eine unerschöpfliche Phantasie. Aber auch die Bücher von Diana Gabaldon möchte ich nicht mehr missen, ich liebe ihren Stil.


Bookdealer fragt: Könntest du dir auch vorstellen mit einem anderen Autoren ein Buch zusammen zu schreiben?
So eine Idee hatte ich schon einmal an der Uni, da wollten eine Studienkollegin und ich so etwas probieren; hat aber leider nicht geklappt. Heute ist meine Freundin, Stefanie Rafflenbeul alias Michelle Stern, übrigens eine sehr, sehr gute hauptberufliche Autorin. Vielleicht schaffen wir es ja irgendwann doch noch mal…


Bookdealer fragt: Das Buchcover zu „Das Ewige Lied“ und "Leuchte" ist ja sehr schön gestaltet, hast du da Mitspracherecht gehabt oder hast du es selber gestaltet?

Danke schön! Bei „Das Ewige Lied“ habe ich drei Möglichkeiten vorgelegt bekommen und konnte sagen A, B oder C. Die waren aber alle drei sehr ähnlich und nur von der Farbgebung her unterschiedlich.
Bei Leuchte hatte ich sehr viele Mitspracherechte. Ich habe meinem Verleger Gerd Fischer vorgeschlagen, ein Fotomotiv von Reiner Erdt zu nehmen, den ich sowohl als Koch als auch als Fotografen hoch schätze. Und Reiner war so lieb und hat mir ungefähr eine Million Fotos aus dem Wald zur Verfügung gestellt. Ich kam mir ein bisschen vor wie der berühmte Esel, der zwischen zwei Heuhaufen verhungert. Mein Verleger und ich haben unabhängig voneinander unsere Favoriten
herausgesucht – diejenigen, denen schon ein „Leuchten“ innewohnte… Und da gab es Überschneidungen. Ich habe dann verschiedene Bearbeitungs- und Gestaltungsmöglichkeiten zu sehen bekommen und gemeinsam mit Gerd über das endgültige Cover entschieden.


Bookdealer fragt: In dem Buch "Leuchte" wird ja die Protagonistin Lisa ins Jahr 1792 zurück versetzt, könntest du dir auch vorstellen in der Zeit zu reisen und wenn ja in welches Jahr/Jahrhundert möchtest du gerne und warum?
Puh, das ist schwer… Ich wäre auf viele Zeiten schrecklich neugierig. Leider waren die Zeiten ja nicht so idyllisch, wie sie in Büchern beschrieben werden. Aber einen Basar im alten Orient, wie in 1001 Nacht, oder ein barockes Festgelage würde ich glaube ich gerne besuchen. Die Zukunft fände ich aber viel spannender: ich glaube, ich würde gerne 100 Jahre in die Zukunft und sehen, wie man dann so lebt.


Bookdealer fragt: Wie lange brauchst du ungefähr für ein Buch (bis es fertig geschrieben ist ) ?
Auch das war sehr unterschiedlich: Für „Das Ewige Lied“ habe ich etwa ein halbes Jahr gebraucht, aber da war ich Studentin und hatte Zeit. Heute, mit Job und Familie, habe ich für „Leuchte“ etwa fünf Jahre gebraucht.


Bookdealer fragt: Wenn du privat Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber Ebooks und welche Genre liest du am liebsten und welches Genre magst du überhaupt nicht?
Ich bin jemand, der an keiner Buchhandlung vorbeigehen kann und auch immer mit mindestens einem Buch herauskommt. Und meistens kaufe ich Bücher, die mich von ihrem Äußeren her ansprechen. Deswegen bin ich auf kein Genre festgelegt, ich lese wirklich alles. Meine Favoriten sind Fantasy, Historisches und Krimis/Thriller. Aber egal, was ich lese – alle zwei Wochen muss ich unterbrechen und den neuesten Perry Rhodan Neo verschlingen – Perry Rhodan ist meine Science Fiction-Leidenschaft von Kindesbeinen an. Die lese ich seit einer Weile immer auf dem E-Book-Reader, sonst bevorzuge ich eigentlich „richtige“ Bücher – das fasst sich einfach anders an und riecht auch anders.


Bookdealer fragt: Warst du schon mal auf einer Buchmesse (Leipzig oder Frankfurt?) Oder hast du gar eine in Planung? Wenn ja wie fandest du die Buchmesse bis jetzt immer so?
In Leipzig war ich als Autorin; dort ist „Das ewige Lied“ vorgestellt worden, am Stand des Verlags BOD – das war ein tolles Gefühl. Die Buchmesse an sich fand ich recht beschaulich, ich kam mir aber sehr fremd vor. Kein Wunder: Auf der Frankfurter Buchmesse bin ich Stammgast, ich gehe jedes Jahr hin. Allerdings nicht als Autorin sondern als Leseratte. Wenn ich nicht gerne dort wäre, würde ich nicht immer wieder dort sein; ich finde allerdings, dass der Trubel immer größer wird. Walter Moers hat das in „Die Stadt der träumenden Bücher“ mit Buchhaim ganz gut getroffen.


Bookdealer fragt: Wie wichtig ist dir der persönliche Kontakt zu deinen Lesern?
Ich finde es toll, wenn die Leute mich auf meine Bücher ansprechen, ich unterhalte mich sehr gerne mit meinen Lesern. Meist geschieht das bei Lesungen, die ich sehr genieße. Allerdings bin ich da auch immer sehr aufgeregt. Auch Interaktionen im Internet gehören mittlerweile dazu und machen mir Spaß.


Bookdealer fragt: Was hälst du von den Blogtouren die im Moment so beliebt sind? Sprich wenn Blogger, Autoren & deren Bücher bekannter machen.
Diese Idee ist natürlich vor allem für unbekannte Autoren wie mich super. Gerade die Interaktivität nimmt mich für sich ein – das ist wieder mal einer der großen Pluspunkte für das viel gescholtene Internet. Allerdings bin ich, was das angeht, ziemlich unerfahren. Aber ich lerne gerne dazu ;)


Bookdealer fragt: Hast du noch einen besonderen Herzenswunsch den du dir noch erfüllen möchtest ?

Ich hätte gerne eine so große Bibliothek, wie Belle eine in Disneys „Die Schöne und das Biest“ geschenkt bekommt. Leider ist dafür unser Haus etwas zu klein - unser Arbeitszimmer ist etwas bescheidener. Ich schwärme für große, prachtvolle Bibliotheken und war zum Beispiel in den wunderschönen Leseräumen des Trinity-Colleges in Irland total sprachlos. Leider durfte man dort als Besucher „nur gucken, nicht anfassen“. In so einer schönen Bibliothek mit richtig alten Büchern würde ich gerne mal stöbern.



Vielen herzlichen Dank liebe Tanja, das du dir die Zeit genommen hast, mir das „kleine“ Interview zu geben.

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