Mittwoch, 7. August 2013

[Autoren Interview] Kira Gembri

Die sympatische Autorin Kira Gembri hat sich berreit erklärt meinem Blog ein kleines und feines Interview zu geben, welches ihr nun zu lesen bekommt:


Bookdealer fragt:  Wie bist du denn zum Schreiben gekommen?

Meine erste Geschichte habe ich aufgeschrieben, als ich fünf Jahre alt war. Da kannte ich noch gar nicht alle Buchstaben und musste zwischendurch immer wieder meine Mutter fragen, wie nochmal ein W aussieht. Mit acht Jahren habe ich dann eine Schreibmaschine zu Weihnachten bekommen, ein furchtbar lautes Ding, in das ich mich sofort verliebt habe. Schreiben hat für mich bald einfach dazugehört und auch beim Spielen mit meinen Freundinnen oft eine wichtige Rolle gespielt: Zum Beispiel waren wir feine Damen aus dem 19. Jahrhundert, die einander Briefe schickten und von ihren Kavalieren berichteten. Oder Zauberschüler, die Rezepte für irgendwelche Tränke auf Pergament notieren mussten. Aber dass aus diesem Spaß mal mein Beruf werden könnte, hätte ich nie im Leben für möglich gehalten.

Bookdealer fragt:  Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker?

Ganz klar: meine zwei Jahre jüngere Schwester. Sie ist immer die Erste, die meine Manuskripte lesen darf, also hat ihre Meinung besonders viel Gewicht für mich. Bei ihrer Kritik gibt es kein Drumherum, die wird mir ungeschönt vor den Latz geknallt! Und wenn sie über eine Szene urteilt: „Das ist irgendwie doof“, dann muss ich da auf jeden Fall noch mal ran.

Bookdealer fragt:   Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben?

Ja, leider – denn das sind richtige Zeit-Totschlag-Rituale: Ich stöbere ein bisschen auf Facebook und Amazon und in diversen Bücherblogs, ich spiele mit meinem Kater – bzw. lasse mich von ihm ärgern –, reiße den Kühlschrank auf und starre untätig hinein, als würde sich alle Weisheit der Welt hinter den Joghurtbechern verstecken … dann mache ich mir meistens einen Kaffee, höre mir ein paar Lieder auf Youtube an und kann endlich, ENDLICH anfangen zu tippen. Ich habe keine Ahnung, warum, aber es geht einfach nicht anders. Wahrscheinlich ist das so wie bei einem Hund, der erst mal ein bisschen auf der Stelle trampeln muss, bevor er sich hinlegt :)

Bookdealer fragt:  Hast Du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf? Und  bekommen die Charaktere "einfach so" ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung hinter?

Geschichte und Charaktere entwickeln sich meistens gleichzeitig. Das mit den Namen ist unterschiedlich – manchmal weiß ich einfach, dass eine Person so und nicht anders heißen muss, ohne dass ich es begründen könnte. Das war bei allen Charakteren aus „Santa’s Baby“ der Fall. Beim „Mädchen aus den Wäldern“ hatte ich hingegen das Gefühl, dass eine Figur, nämlich der Prinz, keinen Namen haben sollte. Dadurch wollte ich die Nähe zum Märchen betonen, denn dort sind ja auch viele Personen namenlos. Bei „Verbannt zwischen Schatten und Licht“ steckt hinter einigen Namen aber eine tiefere Bedeutung. Achtung, Spoiler: Rasmus und Sam heißen eigentlich Raziel (so wie der Engel der Geheimnisse und Mysterien) und Samael (der Engel der Ausdauer und des Mutes, der zur bösen Seite gewechselt ist). Und dann ist da natürlich Jinxy (vom englischen jinx, Unglücksbringer), die der armen Lily immer wieder peinliche Erlebnisse beschert!

Bookdealer fragt:  Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?

Das sind vor allem die Bücher, die mir meine Mutter in meiner Kindheit und frühen Jugend vorgelesen hat. Besonders berührt haben mich damals „Taube unter Falken“ von Katherine Allfrey und „Schere, Stein, Papier“ von Patricia MacLachlan – beide Bücher sind heute vergriffen, und ich bin sehr froh, dass sie in meinem Regal stehen!
           
Bookdealer fragt:  Könntest du dir auch vorstellen mit einem anderen Autoren ein Buch zusammen zu schreiben?

Auf jeden Fall. Im Moment arbeite ich zusammen mit meiner Schwester an einer romantischen Young-Adult-Trilogie, und es macht viel mehr Spaß, gemeinsam zu plotten, als alleine über dem Manuskript brüten zu müssen. Allerdings ist mein Schwesterlein eine echte Schreibschnecke, deshalb wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis der erste Band fertig ist.

Bookdealer fragt:  Deine Buchcover sind ja sehr schön gestaltet, hast du die selber entworfen oder hattest du Hilfe dabei?

Hier kommt schon wieder meine Schwester ins Spiel :) Die Coverillustration von „Verbannt zwischen Schatten und Licht“ stammt nämlich von ihr. Das Bild für „Das Mädchen aus den Wäldern“ habe ich zufällig auf Shutterstock gefunden und so bearbeitet, dass es noch besser zu der Geschichte passt.

Bookdealer fragt:  Wie lange brauchst du ungefähr für ein Buch (bis es geschrieben ist ) ?

Das kommt ganz auf die Geschichte an. Manche tröpfeln nur langsam aufs Papier, dann kann es schon ein Jahr dauern. Mein Kurzroman „Santa’s Baby“ wollte aber unbedingt aus mir heraus, der war nach nur einem Monat fertig!

 Bookdealer fragt:  Wenn du privat Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber Ebooks und welche Genre liest du am liebsten und welches Genre magst du überhaupt nicht?

Auf meinem Speiseplan stehen romantische Fantasy, Dystopien mit Romantik-Anteil, Chick-Lit, Young Adult Love Stories … kurz, ich verschlinge alles, was mit Liebe gekocht ist :D Mit Krimis kann ich eher wenig anfangen.

Was die Streitfrage Print vs. E-Book betrifft: Ich mag beides! Früher habe ich mich an meiner Bücherlast halb zu Tode geschleppt, schließlich brauchte ich unterwegs auf jeden Fall meine Pflichtlektüre für die Uni, mein Freizeitbuch, mein Freizeitbuch Nummer 2, falls ich gerade keine Lust auf das erste hätte … Mit dem E-Reader trage ich gleich eine ganze Bibliothek in der Handtasche mit mir herum. Trotzdem müssen meine Lieblingsromane und besonders schön gestaltete Hardcover-Exemplare unbedingt in meinem Regal thronen. Und ja, ich gestehe: Ich gehöre zu den kauzigen Leuten, die in unbemerkten Momenten gern an Büchern schnüffeln ;)

Bookdealer fragt: Warst du schon mal auf einer Buchmesse (Leipzig oder Frankfurt?) Oder hast du gar eine in Planung? Wenn ja wie fandest du die Buchmesse bis jetzt immer so?

Bisher war ich nur auf den Messen in Wien. Letzten März wollte ich unbedingt nach Leipzig, aber leider kam mir da die Abschlussprüfung meines Masterstudiums in die Quere. Hoffentlich klappt es mit Frankfurt! Ich habe in den vierzehn Monaten seit meiner ersten Veröffentlichung so viele tolle, buchverrückte Leute über Facebook und per Mail kennen gelernt, die ich sehr gerne auch persönlich treffen würde.

Bookdealer fragt: Wie wichtig ist dir der persönliche Kontakt zu deinen Lesern?

Wichtiger als alles andere am Autorendasein. Das Schreiben wäre ja sonst ein wirklich einsamer Beruf: Man sitzt in seinem Kämmerlein und unterhält sich nur mit den Stimmen in seinem Kopf. Der Kontakt zu den Lesern hindert mich wahrscheinlich daran, komplett verrückt zu werden!

Bookdealer fragt:  Was hälst du von den Blogtouren die im Moment so beliebt sind? Sprich wenn Blogger, Autoren & deren Bücher bekannter machen.

Ich habe schon einige solcher Touren verfolgt und finde es toll, dass man dabei besondere Hintergrundinformationen zum Buch erhält, sozusagen einen Blick hinter die Kulissen werfen darf. Nicht selten ist dann das betreffende Buch auf meiner Wunschliste gelandet (als ob die nicht sowieso schon viel zu lang wäre!). Auf die erste Blogtour zu einem meiner eigenen Romane, die im September starten soll, freue ich mich schon wahnsinnig!

Bookdealer fragt: Verbannt zwischen Schatten und Licht” ist dein erstes veröffentlichtes Buch. Wie war das Gefühl als du die ersten Rückmeldungen dazu bekommen hast (Rezension usw)

Es ist wahrscheinlich für jeden Autorenneuling unvorstellbar, dass es tatsächlich fremde Menschen gibt, die sein Geschreibsel lesen wollen oder denen es sogar gefällt. Nachdem ich meinen Debütroman veröffentlicht hatte, konnte ich nächtelang kaum ein Auge zumachen – was ich gefühlt habe, war eine Mischung aus Prüfungsangst und Vorfreude auf Weihnachten (hoch zehn). Nach der ersten positiven Rezension habe ich meinen Bildschirm angestrahlt wie ein Scheinwerfer, und die erste kritische Rückmeldung lag mir tagelang schwer im Magen. Aber auch jetzt noch macht mein Herz einen Hüpfer, wenn ich eine neue Bewertung entdecke. Und wenn man bedenkt, dass ich im vergangenen Jahr über 200 Besprechungen meiner Büchern gelesen habe – auf Amazon, Buchblogs oder per Mail –, ist mein Herz ganz schön viel herumgehüpft :)

Bookdealer fragt: Ich habe ja mitbekommen das du deine Bücher im  Independent Publishing veröffentlichst. Wirst du deine künftigen Bücher auch so veröffentlichen oder möchtest du mal mit einem Verlag zusammen arbeiten?

Das Independent oder Self Publishing hat viele Vorteile: Man kann schreiben, wann, wie und was man will. Es gibt keine Deadlines – nur die, die ich mir selbst setze, und die werfe ich sowieso mindestens dreimal über den Haufen – und ich habe vom Thema bis zur Covergestaltung komplett freie Hand. Es wäre aber gelogen, wenn ich sagen würde, dass das Angebot eines großen Verlags nicht verlockend für mich wäre. Das führt mich zu deiner letzten Frage …

Bookdealer fragt:  Hast du noch einen besonderen Herzenswunsch den du dir noch erfüllen möchtest ?

… ich habe mir schon immer gewünscht, dass meine Romane in den Regalen von Buchhandlungen stehen. Wer weiß, vielleicht schaffe ich das irgendwann. (Und dann ist da noch so Kleinkram wie ein Häuschen auf dem Land, eine eigene Bibliothek, ein Haufen Tiere, ein Mann, der mit den Helden aus meinen Lieblingsbüchern mithalten kann, die Fähigkeit, in eine Jane-Austen-Verfilmung hineinzuschlüpfen … ich glaube, wenn die gute Fee mit den drei freien Wünschen anklopfen würde, wäre ich heillos überfordert!)

Vielen herzlichen Dank liebe Kira, das du dir die Zeit genommen hast, mir  das „kleine“ Interview zu geben.

Sehr gerne, hat Spaß gemacht :)


1 Kommentar:

  1. Urlaub ist vorbei und die Blogwelt hat mich wieder!
    Wobei Urlaube immer viel zu kurz sind *seufz*
    Nur mit einer kleinen Änderung, mein Blog ist umgezogen.
    Die andere Seite wird heute noch geschlossen.

    Ab jetzt bin ich hier zu finden:

    http://coffeeaustria.wordpress.com/


    Ganz lieben Gruß, Michaela

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