Donnerstag, 13. Juni 2013

[Autoren Interview] Sandra Henke

Die sympatische Autorin Sandra Henke hat meinem Blog ein kleines Interview gegeben, welches ihr nun hier lesen könnt:


© Olivier Favre für die Bastei Lübbe Academy
 
 
Bookdealer fragt: Wie bist du denn zum Schreiben gekommen?

Sandra Henke antwortet: Ich habe schon als Kind Gedichte geschrieben, als Jugendlich Kurzgeschichten und mich als Erwachsene an meinen ersten Roman rangetraut. Das war eine natürliche, fließende Entwicklung mit kleinen Unterbrechungen durch die erste Liebe, meine Ausbildung nach dem Abitur, die erste eigene Wohnung und andere private Dinge.

Bookdealer fragt: Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker?

Sandra Henke antwortet: Niemand.

Bookdealer fragt: Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben?

Sandra Henke antwortet: Da ich eine Berufsautorin bin und täglich schreibe, habe ich so etwas nicht, sondern setze mich einfach hin und fange an. Am liebsten habe ich Ruhe um mich herum, bzw. keine Ablenkung, sodass ich tief in die Geschichte abtauchen kann, und genügend Getränke.

Bookdealer fragt: Hast Du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf? Und bekommen die Charaktere "einfach so" ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung hinter?

Sandra Henke antwortet: Was mir zuerst einfällt, ist unterschiedlich. Bei „Alphawolf“ war Claw sofort in meinem Kopf. Ein starker Charakter. Bei „Flammenzungen“ wollte ich über die Liebe zu einem (Ex-)Gefängnisinsassen schreiben. Bei „Leiden sollst du“ waren, soweit ich mich erinnere, die Grundidee – ein Verbrechen in der Vergangenheit – und die Figuren – Marie und Daniel Zucker – gleichzeitig da.
Die Namen müssen nicht immer von der Bedeutung zu den Figuren passen, wie z.B. das bei Lorcan aus „Flammenzungen“ der Fall ist. Aber der Klang muss den Charakter wiedergeben, bzw. unterstützen. Z.B. stellt man sich unter einer Amy einen gutbürgerlichen, hausbackenen Typ Frau vor, also, das Gegenteil vom einem Obdachlosen, der im Knast saß. Daher eine reizvolle Kombination mit Konfliktpotential, aber auch Anziehungskraft, denn Lorcan verkörpert einen Bad Boy: muskelbepackt, geheimnisvoll, dunkle Vergangenheit und mit allen erotischen Wassern gewaschen.

Bookdealer fragt: Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?

Sandra Henke antwortet: Kein Bestimmtes.

Bookdealer fragt: Könntest du dir auch vorstellen mit einem anderen Autoren ein Buch zusammen zu schreiben?

Sandra Henke antwortet: Habe ich bereits getan, sogar drei Romane: Die Trilogie um die „Vampirloge Condannato“.

Bookdealer fragt: Du schreibst ja unter „Sandra Henke“ & unter „Laura Wulff“ wie kam es dazu?

Sandra Henke antwortet: Ich musste die Genres trennen. Krimis und Erotik sprechen nicht dieselbe Zielgruppe an und ein Autorenname ist wie ein Label. Wenn Henke auf dem Cover steht, erwartet der Leser Erotik, Hätte er z.B. stattdessen den eiskalten Killer aus meinem zweiten Krimi „Opfere dich“ bekommen, der Frauen entführt und foltert, wäre er schockiert gewesen. ;o)

Bookdealer fragt: du schreibst ja in recht vielen & unterschiedlichsten Genres, in welchem schreibst du denn am liebsten?
Sandra Henke antwortet: Wie beim Lesen, mag ich auch beim Schreiben die Vielfalt. Ich könnte mir nicht vorstellen, nur ein einziges Genre zu bedienen. Dafür ist die Buchwelt zu faszinierend!

Bookdealer fragt: Hast du Einfluss auf die Covergestaltung? Denn gerade die Bücher der „Alpha“Reihe finde ich wunderbar gestaltet.

Sandra Henke antwortet: Üblicherweise bekommt man einen, selten auch mehrere Vorschläge zugeschickt. Beim Verlag U-Line/Ubooks läuft das etwas anders. Dort hat man den Luxus, konkret auf die Covergestaltung einzuwirken. Man darf sagen, wie man sich das Cover vorstellt und die grandiose Agnieszka Szuba setzt es um.

Bookdealer fragt: Gibt es einen bestimmten Romanhelden, mit dem du dich persönlich am Meisten identifizieren kannst oder auf dessen Perfektion du besonders stolz bist?

Sandra Henke antwortet: Perfektion gibt es nicht. Als Autor sollte man immer danach streben, besser zu werden. Ich liebe kontroverser Figuren, wie Claw und Daniel Zucker. Sie mag man oder man mag sie gar nicht, schätze ich. Charaktere, die starke Emotionen hervorrufen, finde ich gelungen. An sie erinnert sich der Leser, während er andere schnell wieder vergisst.

Bookdealer fragt: Wie lange brauchst du ungefähr für ein Buch (bis es geschrieben ist & du es dann frisch gedruckt in den Händen halten kannst) ?

Sandra Henke antwortet: Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Manchmal werden Verträge Jahre im Voraus abgeschlossen, manchmal sucht der Verlag einen Autor, der schnell einen Stoff umsetzt. Das kommt auch darauf an, wie viel Zeit der Autor hat.

Bookdealer fragt: Wenn du privat Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber e-books und welche Genre liest du am liebsten und welches Genre magst du überhaupt nicht?

Sandra Henke antwortet: Ich lese sowohl Taschenbücher (nur einige wenige Hardcover) als auch eBooks, je nach Lust und Laune. Manche Covers sind so hübsch, dass man sie einfach als Print haben muss. Wenn ich in Urlaub fahre, bevorzuge ich eBooks. Im Grunde lese ich fast alles, aber im Moment verstärkt Krimis und Dystopien. Gar nicht meins sind historische Romane und chick lit.

Bookdealer fragt: Gibt es Tage an denen du überhaupt nichts schreibt und dann wieder welche, an denen du überhaupt nicht vom Schreibtisch wegkommt?

Sandra Henke antwortet: Wie gesagt, ich schreibe hauptberuflich. Dazu muss man schon ein gewisses Maß an Disziplin aufbringen. Aber auch ich habe Tage, an denen es mir nicht gut geht oder ich mich mit einer Freundin zum Frühstück treffe. Leider kann ich mir diesen Luxus nur selten leisten, da ich sehr viel zutun habe.

Bookdealer fragt: Was war das für ein Gefühl, das erste eigene Buch in den Händen zu halten? Und wie fühlst du heute wenn du die ersten Exemplare bekommst?

Sandra Henke antwortet: Das ist so lange her, dass ich mich nicht mehr daran erinnern kann. Wenn ich heutzutage meine Belegexemplare erhalte, ist es natürlich ein tolles Gefühl!!! Die Belohnung für die monatelange Arbeit. Aber euphorisch und elektrisiert bin ich nicht mehr. Dafür bin ich zu lange dabei. ;o) Außerdem ist nach dem Buch, vor dem Buch.

Bookdealer fragt: Da ich selber blogge & sehr aktiv auf Facebook/Twitter bin, interessiert mich noch eines ganz besonders: Dank der Social Networks ist der Kontakt zwischen Autoren und deren Fans viel intensiver geworden. Fluch oder Segen?

Sandra Henke antwortet: SEGEN! Als Autor sitzt man tagein, tagaus alleine in seinem Büro. Wenn ich meine Leser auf Facebook trefffe, fühlt es sich an, als würde ich mit Kollegen in der Kaffeeküche plaudern. :o) Wir teilen ja eine gemeinsame Liebe: Bücher!

Vielen herzlichen Dank liebe Sandra, das du dir die Zeit genommen hast, mir das „kleine“ Interview zu geben.

 

 

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