Samstag, 23. März 2013

[Autoren Interview] Katrin Koppold

Die liebe Autorin des Buches "Aussicht auf Sternschnuppen" hat meinem Blog ein kleines Interview gegeben, welches ihr nun hier lesen könnt:

[Copright K.Koppold]


Bookdealer fragt: Wie bist du denn zum Schreiben gekommen?
Katrin antwortet: Wie die meisten Schriftsteller habe auch ich schon immer viel geschrieben. Mein Bruder bekam von mir zum Beispiel einmal ein Märchenbuch zu Weihnachten geschenkt und mit 14 habe ich eine Liebesgeschichte im Stil der damaligen Denise-Heftchen angefangen. Außerdem war ich einige Jahre freie Mitarbeiterin bei einer lokalen Zeitung und habe nach der Schule dort auch ein Praktikum gemacht. Richtig von der Pieke auf gelernt, habe ich es aber erst durch in einem zweijährigen Fernstudium und in den Schreibkursen von Rainer Wekwerth, einem Autor des Arena-Verlags. Es gibt bestimmt Menschen, die irgendwann einmal auf die Idee kommen, sich hinzusetzen und aus dem Stegreif und ohne jede Erfahrung ein wirklich tolles Buch schreiben. Aber ich denke, das sind Ausnahmen. Natürlich hat Schreiben auch etwas mit Talent und Leidenschaft zu tun, vor allem aber mit Handwerk und einer Menge Selbstdisziplin.

Bookdealer fragt: Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker?
Katrin antwortet: Definitiv mein Mann. Er hat den Roman im Vorfeld ebenfalls gelesen und so viele Kritikpunkte geäußert, dass ich zwischendurch wirklich geneigt war, ihm das Manuskript einfach abzunehmen. Letztendlich ist es aber gut, wenn man Testleser hat, die nicht zu allem Ja und Amen sagen.

Bookdealer fragt: : Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben?
Katrin antwortet: Du meinst, ob ich immer nur in rosa Plüschhausschuhen schreibe oder stets eine Tasse Tee vor mir stehen muss? Nein, leider gar nicht. Ich setze mich einfach hin und schreibe. Selbst was meinen Schreib-Ort angeht, bin ich gar nicht wählerisch. Obwohl ich am liebsten schon im Garten und bei schönem Wetter schreibe.

Bookdealer fragt: Hast Du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf? Und bekommen die Charaktere "einfach so" ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung hinter?
Katrin antwortet: Ich habe meist zuerst einige Charaktere im Kopf und die Namen von Helga und ihren Schwestern, die ja alle in kommenden Bänden zur Hauptfigur werden, habe ich alle schon sehr gezielt ausgewählt. Helga, die Gesunde, Felicitas, die Glückliche, Lilly, Vollkommenheit bzw. erinnert der Name mich einfach an ein süßes kleines Blümchen, und Mia, die Unbezähmbare. In den Namen steckt schon viel von dem Charakter der Figuren. Bei den Nebenfiguren bin ich super unkreativ. Mein Mann meinte u.a. bei seinem Test-Lesedurchlauf, dass ich so ziemlich seine ganze Familie in „Aussicht auf Sternschnuppen“ verbraten habe und letztens kam eine Kollegin freudestrahlend auf mich zu und meinte: „Ich komme in deinem Buch vor.“ Es war mir tatsächlich überhaupt nicht so stark bewusst, dass ich anscheinend dazu neige, Namen aus meinem Umfeld auszuwählen anstatt mir etwas Neues einfallen zu lassen.

Bookdealer fragt: Der Titel deines Buches „Aussicht auf Sternschnuppen“ klingt so schön romantisch. Wie bist du auf den Namen gekommen?
Katrin antwortet: Zuerst hieß der Roman „Aschewolke“. Das hört sich aber so sehr nach Thriller an, dann „Kein Fahrschein für die Liebe“ – sehr Sat 1, nicht wahr. Anschließend fiel mir „Bewölkt mit Aussicht auf Sternschnuppen“ ein, in Anlehnung an den Film „Bewölkt mit Aussicht auf Fleischbällchen“. Ja, und daraus wurde dann „Aussicht auf Sternschnuppen“. Meinem Schreiblehrer gefiel der Titel aber nicht.
Er fand nur „Sternschnuppen“ schöner. Eine Lektorin fand „Sternschnuppenjagd“ passender. Letztendlich gab meine Graphikerin den Ausschlag. Sie kreierte zwei Cover-Motive: Eins mit einer Vespa, auf der Helga und Nils sitzen und eine Milchstraße hinaufflitzen (meine Idee) und das Motiv, das letztendlich ausgewählt wurde (ihre Idee). Zu dem Pärchen hätte „Sternschnuppenjagd“ einfach nicht gepasst.
Jetzt bin ich auch total glücklich mit diesem Titel. Ja, er ist romantisch und man hat sofort ein Bild vor Augen – Ich dachte direkt an zwei Menschen, die auf einer Anhöhe sitzen und in einen Sternenhimmel hinaufblicken. Man kann ihn aber auch übertragend verstehen: Aussicht darauf, dass Wünsche wahr werden.

Bookdealer fragt: Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?
Katrin antwortet: Das sind eher Bücher aus meiner Kindheit. Jetzt gibt es einfach zu viele ,die mir sehr gut gefallen und die ich nicht hergeben möchte.
Als Kind liebte ich die „Kleine Hexe“ von Ottfried Preußler, „Die Kinder von Bullerbü“ von Astrid Lindgren und „Und dann kroch Martin durch den Zaun“ von Dorothea Desmarowitz. Letzteres wird heute überhaupt nicht mehr verlegt, ist aber ein wirklich ganz zauberhaftes Plädoyer für mehr Toleranz gegenüber Menschen, die anders sind. Auch „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch verbinde ich mit meiner Kindheit. Eine Kiste, die nach Bananen roch, hat meine Fantasie angeregt. Ich war aber furchtbar enttäuscht, dass der kleine Bär und der kleine Tiger am Ende wieder genau dort herauskamen, wo sie aufgebrochen waren, und habe die Botschaft, die dahinter steckt, gar nicht verstanden. Die erste Romanfigur, in die ich mich unsterblich verliebt habe, war Birk Borkason aus „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren.

Bookdealer fragt: Könntest du dir auch vorstellen mit einem anderen Autoren ein Buch zusammen zu schreiben?
Katrin antwortet: Nein, obwohl ich schon zwei Anfragen hatte. Ich würde mich generell eher als Teamplayerin als als Einzelkämpferin bezeichnen. Aber beim Schreiben wäre es mir unmöglich Kompromisse einzugehen und ich bin mir selbst und anderen gegenüber sehr streng. Wahrscheinlich würde mich mein Co-Autor spätestens nach einem Monat nicht mehr leiden können.

Bookdealer fragt: Wenn du jetzt keine Bücher lesen & selber schreiben würdest, würde dir da was in deinem Leben fehlen?
Katrin antwortet: Ja, denn wie sollte ich sonst all die wundervollen, interessanten, witzigen, traurigen Erfahrungen, die ich mache, konservieren?

Bookdealer fragt: Wie stehst du dem Thema Buchverfilmungen gegenüber und wie würdest du es finden, wenn man „ Aussicht auf Sternschnuppen“ verfilmen würde?
Katrin antwortet: Jaaaaaa! Das wäre total toll. Vor allem, wenn es fürs Kino wäre und mit Florian David Fitz in der Hauptrolle. In vielen meiner Amazon-Bewertungen wird ja erwähnt, dass der Roman sich gut für eine Verfilmung eignen würde. Vielleicht wäre ich enttäuscht, weil viele Szenen im Film herausfallen oder anders interpretiert werden würden, aber ich glaube, damit könnte ich leben.

Bookdealer fragt: Könntest du dir auch vorstellen, mal Bücher in einem komplett anderem Genre zu schreiben?
Katrin antwortet: Ich würde gerne mal ein Jugendbuch schreiben. Aber nachdem ich „Kaputte Suppe“ von Jenny Valentine, „Scherbenpark“ von Alina Bronski, „Das Leben ist ein mieser Verräter“ von John Greene und „Wieviel Leben passt in eine Tüte?“ von Donna Lewis gelesen habe, fühle ich mich ein bisschen eingeschüchtert. Meiner Meinung nach sind gute Jugendbücher viel schwerer zu schreiben als Frauenromane. Aber ich werde es in ein paar Jahren auf jeden Fall einmal versuchen.

Bookdealer fragt: Beschreib deinen Lesern doch mal das Gefühl, das eigene Buch ( frisch gedruckt) in den Händen zu halten.
Katrin antwortet: Ich hatte ja gleich einen ganzen Stapel vor der Tür. Hm, wie war das Gefühl. Auf jeden Fall schon etwas ganz, ganz besonderes. Aber ich bin nicht in Tränen ausgebrochen vor lauter Rührung. Ich würde sagen, ich habe wirklich eine ganz, ganz unglaubliche Freude und Dankbarkeit empfunden. Freude darüber, dass ich etwas geschafft habe, an das am Anfang außer mir niemand so recht geglaubt habe und Dankbarkeit den vielen Menschen gegenüber, die mir dabei geholfen habe, diesen Traum zu verwirklichen. Allen voran meine Graphikerin (Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich den Erfolg des Buches größtenteils dem hübschen Äußeren zu verdanken habe.) und mein Schwager Tom, der mir die Cover-Veredelung geschenkt hat.
 
Bookdealer fragt: Warst du schon mal auf einer Buchmesse (Leipzig oder Frankfurt)? Oder hast du sogar vor, auf eine zu gehen? Wenn ja, wie hatte es dir dort gefallen?
Katrin antwortet: Ich war letztes Jahr in Frankfurt, um mich dort mit meinem Schreiblehrer und meiner Agentin zu treffen. Es war super aufregend und ich habe mich inmitten der vielen Stände gefühlt wie Alice im Wunderland. Gut, dass man dort keine Bücher kaufen konnte, sonst wäre ich wahrscheinlich hoch verschuldet dort wieder herausgekommen.
Nach Leipzig konnte ich dieses Jahr nicht, weil mein Mann in Urlaub war. Dabei hätte es sein können, dass ich trotzdem hingemusst hätte, denn ich war ja mit meinem Buch für den Autoren Award Leipzig nominiert. Letztendlich war ich wirklich froh, dass ich zwar in die Top 25 gekommen bin, aber nicht gewonnen habe. Klingt wenig glaubwürdig, ich weiß. Aber dieses Jahr sind so viele aufregende Dinge passiert, dass ich froh für eine Verschnaufpause war.
Nach Frankfurt komme ich mindestens zwei Tage und werde dort auch einen Leserplausch anbieten und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Aber da all das noch nicht spruchreif ist, kann ich leider noch nichts genaues verraten. Ich freue mich total auf Frankfurt, denn dort werde ich mich mit ganz vielen tollen Autoren, Bloggern und Lesern treffen.

Bookdealer: Vielen Dank liebe Katrin für dieses tolle Interview. Es hat mir sehr viel Spass gemacht.

Kommentare:

  1. Das Buch steht schon auf meiner WuLi :-)
    Aufgrund eines neuen Posts, in dem ich meine Blogleser vorstelle, bist du in Part I mit dabei.
    :-)
    Liebe Grüße Hanne
    http://lesegenuss.blogspot.de/2013/03/news-leser-meines-blogs-vorstellung.html

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  2. Uhi wie schön, dann muss ich mal stöbern kommen =)

    LG sheena

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