Mittwoch, 16. Januar 2013

[Autoren Interview] Iris Deitermann

Für das Bücherforum "BÜCHERTRÄUME" (wo ich Moderator bin) hat sich die liebe Iris bereit erklärt uns ein Interview zu geben. Und da ich für diesen Bereich zuständig bin, packe ich das ganze noch auf meinen Blog.

 

Bücherträume fragt: Wie bist du denn zum Schreiben gekommen?

Iris antwortet: Ich habe nie bewusst darüber nachgedacht, dass ich gerne schreiben würde, sondern habe es einfach schon immer gerne getan. Dabei war es ganz egal, ob es um Aufsätze für die Schule oder Texte, die einfach nur so entstanden, ging. Regelmäßig schreibe ich erst, seit ich meine Texte auch im Internet präsentiere.

 

Bücherträume fragt: Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker?

Iris antwortet: Meine Mutter und mein Freund. Die beiden sagen mir immer ganz unverblümt, wenn ihnen etwas nicht gefällt. :)


Bücherträume fragt: Hast Du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben?

Iris antwortet: Nein, denn das Schreiben überkommt mich einfach. Wenn ich schreibe, dann weil ich unbedingt jetzt sofort etwas loswerden muss. Das kann in den unmöglichsten Situationen passieren. Da ich keine generelle PC-Schreiberin bin, reicht mir für meine Ideen immer ein Stück Papier – auch Kassenbons. :)

 
Bücherträume fragt: Hast Du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf? Und bekommen die Charaktere "einfach so" ihre Namen oder steckt da eine Bedeutung hinter?

Iris antwortet: Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal fällt mir zu einem Thema zuerst eine Geschichte ein, manchmal ein Charakter, über den ich gerne schreiben würde. Meine Inspiration zum Tintenschnüffler kam z.B. aus verschiedenen lebhaft gezeichneten Figuren von Marcel, denen ich unbedingt eine Geschichte geben wollte.

Die Namen meiner Charaktere hängen fast immer auch mit dem Charakter zusammen. Vor allem im Tintenschnüffler macht sich das bemerkbar. Koprinus zum Beispiel heißt nicht einfach nur so Koprinus, nein, der Coprinus ist tatsächlich auch eine Pilzart, die der Wurzelwanderer verkörpert. Tintonius heißt Tintonius, weil ich  in diesem Namen das Wort „Tinte“, das einfach zum Tintenschnüffler gehört, als Leser wiederfinden kann. So verhält es sich noch mit vielen weiteren Namen aus dem Buch und auch aus meinen Kurzgeschichten.

Bücherträume fragt: Könntest du dir vorstellen mit einer Autorin /einem Autor zusammen ein Buch zu schreiben?

Iris antwortet: Nein, das könnte ich mir im Moment nicht vorstellen. Ich habe einfach zu sehr meinen eigenen Kopf, was das Schreiben betrifft. :)

Bücherträume fragt: Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?

Iris antwortet: „Das Museum der gestohlenen Erinnerungen“ von Ralf Isau, das ich auch immer wieder gerne Fantasylesern empfehle. ;) Es greift in seiner Geschichte die Vorderasiatische Archäologie auf, die ich letztlich dann auch studiert habe. :)

Bücherträume fragt: Wenn du jetzt keine Bücher lesen & selber schreiben würdest, würde dir da was in deinem Leben fehlen?

Iris antwortet: Oh ja, mir würde sehr viel fehlen. Vor allem, wenn ich WEDER lesen NOCH schreiben würde. Welten, die durch das Aneinanderreihen von Buchstaben und Verketten von Wörtern zu Sätzen in meinem Kopf entstehen, sind aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Was das geschriebene Wort in uns auslösen kann – da kommt kein anderes Medium ran.

Bücherträume fragt: Gibt es Dinge, die dich am Buchgeschäft stören, und wenn ja, welche sind das?

Iris antwortet: Das ist eine gute Frage. Mich persönlich stört es, wenn ein Verlag eine Buchreihe in verschiedenen Formaten rausbringt. Der Sinn dahinter erschließt sich mir nicht und außerdem sieht es im Regal doof aus. :)

Auch stört es mich, wenn Reihen nicht fertig übersetzt werden. Das ist mir erst jetzt gerade wieder passiert. Ich lese die Spook-Reihe von Joseph Delaney von der es im Deutschen 4 Bände, aber im Englischen 12 Bände, gibt. Sehr ärgerlich, dass sie nicht weiter übersetzt werden – vor allem für diejenigen, die wegen fehlender Sprachkenntnisse nicht auf das Original zurückgreifen können.

Bücherträume fragt: Warst du schon mal auf einer Buchmesse? (Frankfurt oder Leipzig) und falls ja, wie hatte es dir denn da so gefallen? Konntest du viel dort sehen?

Iris antwortet: Ja, in Frankfurt war ich schon auf der Buchmesse. Man kann natürlich viel sehen und erleben. Mit etwas Glück lernt man sogar noch den ein oder anderen Autoren kennen. Insgesamt ist mir die Buchmesse als Besucher aber immer viel zu voll. Bei so vielen Neuerscheinungen, die man dort findet, ist man am Ende auf jeden Fall vom Kopf her völlig geplättet. Außerdem platzt danach die Wunschliste aus allen Nähen und der SuB wird dadurch auch nicht kleiner. :)

Bücherträume fragt:Welche Ratschläge gibst du jungen Autoren mit auf den Weg?

Iris antwortet: Vor allem den einen: NICHT AUFGEBEN! Wenn euch das Schreiben Spaß macht und ihr an euer Projekt glaubt, gebt nicht auf, wenn euch auch schon 20 Verlage abgelehnt haben. Im Gegenteil – nehmt es als Anreiz zu hinterfragen, was ihr besser machen könnt. Sucht den Austausch mit Gleichgesinnten, Materialien um das Schreiben zu „lernen“. Es ist ein nie endender Prozess, das kann ich euch sagen. :)

Bücherträume fragt: Wie kamst du zu der Idee den „Tintenschnüffler“ zu schreiben?

Iris antwortet: Marcel, der auch der Illustrator des Buches ist, hat im Vorfeld einige Figuren gezeichnet, die zu Übungszwecken entstanden. Diese Figuren waren schon auf dem Papier so lebendig, dass ich anfing, mir zu überlegen, was sie wohl außerhalb des Papiers so treiben. Alle Figuren bei denen ich mich das fragte, trugen zur Entstehung des Tintenschnüfflers bei und fanden ihren Platz in Welwenia. :)
 
 



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